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Ratgeber · Betonmengen

Beton selbst mischen: die Mengen

Richtwerte für Zement, Kiessand und Wasser je Menge, das Mischverhältnis nach Eimern und warum Wasser nur schrittweise dazukommt.

Foto von Mateusz Viola

Von Mateusz Viola

Redaktion und Rechenlogik

Hinweis: Alle Mengen sind Richtwerte zur Planung. Datenblatt, Statik und Betonwerk haben Vorrang; Bewehrung, Tragfähigkeit und Frosttiefe gehören zu Fachleuten.
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Woraus Beton besteht

Beton besteht aus Zement, Gesteinskörnung und Wasser (Zement-Merkblatt B 20). Die Gesteinskörnung ist im Heimwerkerbereich meist ein Kies-Sand-Gemisch, häufig mit der Körnung 0/16, also Körnern bis 16 Millimeter. Der Zement bindet mit dem Wasser ab und verklebt die Körner zu einem festen Stein.

Wie viel von jedem Bestandteil nötig ist, hängt vom gewünschten Beton ab. Der Betonrechner nutzt unter „Selbst mischen“ Richtwerte für einen einfachen Beton: je Kubikmeter 320 Kilogramm Zement, 1.920 Kilogramm Kiessand und 160 Liter Wasser. Zusammen sind das 2.400 Kilogramm, passend zur Rohdichte, die der Rechner für das Gewicht verwendet.

Mengen nach Betonmenge

Alle Werte sind gerundete Richtwerte. Sie gehören zu der Menge, die Sie tatsächlich anrühren, also mit Zuschlag.

Menge FrischbetonZementKiessand 0/16Wasser
0,1 m³ (100 l)32 kg192 kg16 l
0,5 m³160 kg960 kg80 l
1 m³320 kg1.920 kg160 l
1,98 m³ (Beispielplatte)634 kg3.802 kg317 l

Bei 25-Kilo-Säcken sind das für die Beispielplatte 26 Säcke Zement. Die Kiessandmenge von knapp vier Tonnen ist der Teil, der logistisch überrascht: Sie wird als Big Bag oder lose geliefert, nicht Sack für Sack.

Das Mischverhältnis nach Raumteilen

Auf der Baustelle wird selten gewogen. Üblich ist das Abmessen nach Raumteilen mit Eimer oder Schaufel. Aus den Gewichten oben ergibt sich unter angenommenen Schüttdichten von 1,2 Kilogramm je Liter für Zement (das Merkblatt B 20 nennt für lose eingefüllten Zement 0,9 bis 1,2 Kilogramm je Liter) und 1,6 Kilogramm je Liter für Kiessand ein Verhältnis von etwa 1 : 4,5. In der Praxis messen Sie also etwa einen Eimer Zement auf viereinhalb Eimer Kiessand.

Schüttdichten schwanken je nach Produkt und Feuchte. Deshalb ist das Verhältnis ein Anhaltspunkt für die ersten Mischungen, keine Garantie. Zement können Sie genauer abwiegen als Kies; arbeiten Sie nach Möglichkeit mit ganzen Säcken und messen Sie den Kies in gleichen Eimern.

Wie viel Wasser

Entscheidend für die Festigkeit ist das Verhältnis von Wasser zu Zement, der Wasserzementwert. Das Zement-Merkblatt B 20 legt in Tafel 2 je nach Umgebungsbedingung höchstzulässige Wasserzementwerte von 0,75 bis 0,45 fest, bei Mindestzementgehalten von 240 bis 320 Kilogramm je Kubikmeter (Auswahl für Bauteildicken unter 80 Zentimeter). Die Richtwerte im Rechner liegen mit 160 Litern auf 320 Kilogramm Zement bei 0,5.

Zu viel Wasser macht den Beton zwar weicher und leichter einzubauen, aber auch schwächer und poröser: Der wirksame Wassergehalt beeinflusst nach dem Zement-Merkblatt B 4 maßgeblich Festigkeit und Dichtigkeit. Deshalb gilt die Regel, lieber schrittweise Wasser zuzugeben als auf einmal. Sand und Kies sind oft feucht und bringen Wasser mit; dann brauchen Sie entsprechend weniger. Die Mischung soll sich schwer, aber formbar anfühlen und nicht abfließen.

Mischen, einbauen, nachbehandeln

  • Trocken vormischen. Zement und Kiessand zuerst trocken durchmischen, bis die Farbe gleichmäßig ist.
  • Wasser nach und nach zugeben. Weiter mischen, bis keine trockenen Nester bleiben.
  • Zügig einbauen. Bevor der Beton anzieht, in die Schalung füllen und verdichten, damit Luft entweicht.
  • Feucht halten. Frischer Beton soll in den ersten Tagen nicht austrocknen (Nachbehandlung nach Zement-Merkblatt B 8). Abdecken oder leicht benetzen verhindert Risse an der Oberfläche.
  • Nicht bei Frost betonieren. Bei Temperaturen unter +5 °C verläuft die Festigkeitsentwicklung sehr langsam, und gefrierender junger Beton kann Schaden nehmen (Zement-Merkblatt B 8).

Rechnen Sie bei der Planung mit Reserve. Ein Sack Zement mehr kostet wenig, eine halbe Platte ohne Material kostet den ganzen Arbeitstag. Besonders bei Kies und Sand lohnt sich ein kleiner Überschuss, den Sie für Ausgleichsarbeiten am Rand der Fläche brauchen können.

Sackware oder Eigenmischung

Fertigmischungen im Sack nehmen Ihnen das Abwiegen ab; Sie geben nur Wasser nach Herstellerangabe zu. Die Eigenmischung lohnt sich vor allem bei größeren Mengen, weil Zement und Kies in großen Gebinden zu haben sind. Dafür brauchen Sie Platz, einen Mischer und ein Auge für die Konsistenz.

Wer sich unsicher ist, beginnt mit einer Probecharge in einem Eimer. So sehen Sie, wie sich die Mischung verhält, bevor die ganze Menge im Mischer liegt.

Das Beispiel in Eimern

Für die Beispielplatte mit 1,98 m³ sind etwa 634 Kilogramm Zement nötig. Bei einer Schüttdichte von 1,2 Kilogramm je Liter sind das rund 528 Liter, also knapp 53 Eimer mit je 10 Litern. Der Kiessand umfasst bei 1,6 Kilogramm je Liter gut 2.370 Liter, das sind rund 238 Eimer. Das Verhältnis aus beiden Zahlen ist wieder etwa 1 : 4,5.

Wie viele Chargen das sind, hängt von Ihrem Mischer ab. Fasst er je Charge einen Eimer Zement und viereinhalb Eimer Kiessand, bleiben es rund 50 Chargen. Wer das vor dem Start durchrechnet, bestellt Material in der richtigen Größenordnung und plant genug Hilfe ein.

Typische Fehler beim Selbstmischen

  • Zu viel Wasser. Eine weiche Mischung wirkt bequem, bindet aber schwächer ab. Fangen Sie lieber mit weniger an.
  • Eimer ungleich gefüllt. Ein gehäufter Eimer Kies und ein gestrichener Eimer Zement verschieben das Verhältnis spürbar. Streichen Sie beide gleich ab.
  • Verschmutzter Kies. Erde, Lehm oder Pflanzenreste im Kies stören das Abbinden. Verwenden Sie sauberen Kiessand.
  • Mischer überladen. Wenn die Trommel zu voll ist, mischt sie nicht gleichmäßig. Lieber mehr kleine Chargen.
  • Chargen unterschiedlich. Notieren Sie, wie viele Eimer Wasser in die erste Charge gingen, und wiederholen Sie das möglichst genau.

Grenzen der Richtwerte

Die Mischung hier ist ein Richtwert für einfache Bauteile wie Pfostenfundamente, Gartenwege oder Terrassenplatten. Sie ist kein Mischungsentwurf nach Norm und nicht für Bauteile gedacht, die Lasten tragen. Dort bestimmen Statik und Betonwerk, welche Festigkeitsklasse nötig ist, ob bewehrt wird und wie tief gegründet wird. Der Rechner liefert nur Mengen.

Quellen

Den eigenen Bedarf rechnen Sie im Betonrechner aus. Wie wir rechnen, steht auf der Seite Methodik. Stand: 23. Oktober 2026.

Über den Autor

Foto von Mateusz Viola

Mateusz Viola

Redaktion und Rechenlogik

Mateusz Viola ist Betreiber von beton-rechner.de bei der AKARA Solutions GmbH und redaktionell verantwortlich. Er hat die Rechenlogik des Betonrechners umgesetzt, vom Bauteilvolumen über Zuschlag und Gewicht bis zu Säcken und Mischung, und prüft sie mit Rechenbeispielen von Hand nach. Er ist weder Bauingenieur noch Statiker. Die Ratgeber fassen allgemein zugängliche Angaben zusammen und ersetzen weder das Datenblatt des Herstellers noch die Statik oder die Beratung durch einen Fachbetrieb.

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